LUDWIGs Bücherpost

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Christus kam nur bis Eboli (Carlo Levi)


Klappentext :

Der Arzt, Schriftsteller, Maler und Politiker Carlo Levi wird 1935 von Mussolinis Faschisten nach Lukanien verbannt, in ein winziges Bergdorf namens Gagliano. Er, der Städter und Intellektuelle, trifft auf eine Umgebung, in der das sonstige Treiben der Welt, sei es politisch, kulturell oder religiös, keine Rolle spielt, weil die bäuerlichen Menschen in ihrer abgrundtiefen Armut versunken, mit dme puren Überleben gegen Hunger und Malaria beschäftigt sind. Aus der anfangs totalen Fremdheit gegenüber diesem archaischen, primitiven Dorfleben, die dem Verbannten nur als stumpfes gefühlloses Vegetieren erscheint, wächst allmählich aber Interesse, gegenseitig Aufmerksamkeit, schließlich Vertrauen und Solidarität. Obwohl er nicht praktizieren darf, wird er zu den Todkranken, zu den im Malariafieber Delirierenden, den sterbenden Kindern geholt und versucht zu helfen, obwohl er keine Heilung bringen kann. Der FRemde aus dem fernen Norden wird zum verehrten Don Carlo, und er beginnt in all die Leiden und Schmerzen, aber auch in die Tiefe der uralten Kultur des Südens einzudringen, ihre scheinbar irrationalen Riten und abergläubischen Gebräuche eröffnen sich zunehmend seiner forschenden mitfühlenden Neugier, so wie er jene zu verstehen lernt, die von sich sagen: „Wir sind keine Menschen, keine Christen, wir sind Tiere, denn Christus kam nur bis Eboli, aber nicht weiter, nicht zu uns.“

… und es geht weiter mit dern SZ-Bibliothek.

Nicht alle Bücher der Reihe fand ich gut, aber interessant zu lesen sind viele.

Der Roman „Die Sonne der Scorta“ spielte ungefähr der gleichen Region Italiens, in Apulien, beschrieb aber recht plastisch das Leben der dortigen Familienclans. Der Roman von Carlo Levi ist stark autobiographisch geprägt, und beschreibt die Zeit der Verbannung eines linken norditalienischen Intellektuellen zur Zeit des Mussolini-Regimes.

Es ist eine andere Perspektive. Man spürt die Erschütterung des Erzählers über die Primitivität der Dorfbevölkerung.

Er beschreibt, wie schlecht die medizinische Versorgung ist, dass Malariakranke eher bei den Dorfhexen ihr Heil suchen als bei ansässigen Ärzten, die auch nicht helfen können, weil es an den wichtigsten Medikamenten mangelt.

So lange ist die Zeit Mussolinis noch nicht her, aber dass es in dieser Zeit noch solche „steinzeitliche“ Zivilisationen gab, erschüttert.

Jedenfalls hat mir das Buch gewissermassen Lust gemacht, doch irgendwann mal das karge ärmliche Süditalien zu entdecken. Ob es heute wohl immernoch so schlimm ist ?

Besonders spannend war es nicht zu lesen, und hatte so sein Längen. Interessant war die Lektüre jedoch allemal.

Fakten :

Süddeutsche Bibliothek  ; 61

266 S.

978-3-86615-511-4

Grüßle

Sachar

2 Kommentare »

  angelahaasis wrote @

Hallo Sachar,

habe heute u.a. dieses Buch geschenkt bekommen und mich gefragt, ob ich es nun aufheben soll (und somit irgendwann auch einmal lesen) oder als Deko für den Buchmessestand verwenden soll. Nachdem ich hier deinen Artikel gelesen habe werde ich es vorerst unserer Bibliothek zufügen :-)

Es klingt recht eigenartig aber irgendwie auch wieder nach „sollte man doch lesen, wenn man die Möglichkeit dazu hat“.

Momentan lese ich wieder einen Dick-Francis-Krimi. Irgendwann muss ich schließlich mit „F“ fertig werden …

Viele Grüße,
Angela

  sachar wrote @

Hallo Angie,

im nachhinein fand ich es streckenweise fad, aber auch interessant. Kaufen würde ich es mr nicht mehr, aber wenn du es geschenkt bekommen hast, kannst du es ja zumindest mal anlesen, und dann immer noch zur Deko stellen ;-) .

Ich nehme gerade meine dicken ungelesenen Bücher in Angriff, weil ich Platz schaffen will.
Momentan ist „Farah: Maps“ dran. Also noch ein Band aus der SZ-Bibliothek.

Schöne Grüßle
Sachar=Manuel


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